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Archiv: Helfen, forschen, heilen

Quelle: Lichtblicke 1999

Helfen, forschen, heilen

1998 unterstützte die Elterninitiative krebskranker Kinder e.V. Augsburg die Mildred-Scheel Kinder Krebshilfe Stiftung, die wiederum mit unserem Geld - 30 000 Mark im Jahr 1998 - die Kinderkrebsforschung vorantreiben kann.

1974 gründete Frau Dr. Mildred Scheel, nach der unser Elternhaus benannt wurde, die Deutsche Krebshilfe. Die engagierte Röntgenärztin hatte damals große Ziele. Endlich wollte sie die Krankheit Krebs aus der Tabuzone holen, die Situation krebskranker Menschen verbessern und die Krebsforschung vorantreiben. Besonders tragisch war es, daß gerade sie an den Folgen eines Krebsleidens verstarb.

Doch auch nach Mildred Scheels Tod ist die erfolgreiche Arbeit der Deutschen Krebshilfe fortgesetzt worden. In den Jahren ihres Wirkens hat sich die Bürgerbewegung gegen den Krebs zu einer bedeutenden Institution des deutschen Gesundheitswesens entwickelt.

Die Krebsforschung ist wichtigste Voraussetzung dafür, daß neue wirkungsvolle Therapien gegen Krebs entwickelt werden können. Da die Therapiesäulen, die in den letzten Jahren die Heilungschancen krebskranker Menschen erhöht haben, nach Ansicht vieler Fachleute aber irgendwann an die Grenzen des Machbaren stoßen, hoffen die Wissenschaftler, grundsätzlich neue Verfahren entwickeln zu können. Insbesondere der Immuntherapie sowie gentherapeutischen Ansätzen kommen dabei hier eine große Bedeutung zu.

Die Deutsche Krebshilfe und ihre Tochterorganisation, die Dr. Mildred Scheel Stiftung für Krebsforschung, unterstützen solche innovativen Forschungsprojekte. Bedingung dafür ist, daß das Vorhaben eine klinische Orientierung erkennen läßt oder Fragen der Grundlagenforschung behandelt, die ebenfalls im Bezug zu einer baldigen klinischen Anwendung stehen.

Ein Beispiel - Schilddrüsenkrebs bei Kindern nach Strahlenbelastung

Als Folge der erhöhten Strahlenbelastung nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl traten bei Kindern in den betroffenen Regionen vermehrt Schilddrüsentumore auf. Wissenschaftler konnten nachweisen, welche genetischen Veränderungen diesen Tumoren zugrunde liegen. In einem Forschungsvorhaben, für das die Deutsche Krebshilfe 1998 über 770 000 Mark bereitstellte, werden auf der Basis dieser Erkenntnisse die genauen molekularen Entstehungsmechanismen und das Wachstunmsverhalten dieser Schilddrüsentumore analysiert. Der Münchner Arbeitsgruppe stehen Tumorproben von mehr als 200 Kindern und Jugendlichen aus Weißrußland zur Verfügung.

Die Wissenschaftler versprechen sich neue Erkenntnisse über die Entstehung strahleninduzierter Schilddrüsentumore, die langfristig auch dazu beitragen können, die Prävention, Früherkennung und Therapie dieser Tumorart zu verbessern.